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Augenblick mal

Die KulturScouts gucken in der Wewelsburg genau hin

Am Mittwoch, den 15. Mai 2013, hieß es „hingucken“ für die 7b der Gertrud-Bäumer-Realschule aus Bielefeld.

In dem zweiteiligen Programm „Die Hingucker“ der Wewelsburg wurden die KulturScouts im interaktiven ersten Teil richtig gefordert.

Nachdem Begriffe wie „Schmarotzer“, „Diskriminierung“, oder „Nationalsozialismus“ gemeinsam erklärt wurden, begannen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Erzählung über „Die Hingucker“ Matti, Kathi und Arun aus Weinach, sich aktiv mit dem Thema Diskriminierung von Minderheiten auseinanderzusetzen. Auch für sie galt es, hinzugucken und nicht die Augen zu verschließen.
Das Buch „Die Hingucker“ von Ursula Kraft erzählt von einem kleinen Ort namens Weinach, in dem eine Bevölkerungsgruppe, die Malachiten mit den grünen Augen, zunehmend von den übrigen Dorfbewohnern, den „Augenkläpplern“, in die Zange genommen werden. Dabei erfuhr die Klasse gemeinsam mit den Protagonisten Matti und Arun die Wirkung von Vorurteilen, Propaganda und Hetze gegen die grünäugigen Dorfbewohner, aber auch von Freundschaft, Solidarität und Zusammenhalt. In kleinen Übungen und Aufgaben versetzten sich die KulturScouts in die Lage der Anwohner von Weinach und überlegten sich gemeinsam mit den beiden Pädagoginnen Agnes Ising und Katharina Dehlinger Lösungen für entstandene Konflikte. In lebhaften Diskussionen wurden unter anderem kreative Ideen zum friedlichen, gemeinsamen Nutzen eines Bolzplatzes ausgearbeitet und schließlich in kleinen Theaterszenen ausprobiert. Hier wird den Schülerinnen und Schülern deutlich: es gestaltet sich schwierig, eine Lösung zu finden, die alle zufrieden stellt. Auch in Weinach wird es zunehmend schwieriger. Schließlich ist es soweit, dass sich die „Grünaugen“ mit Ansteckern kenntlich machen müssen – die  Parallelen zum Nationalsozialismus in Deutschland sind den aufmerksamen Scouts nicht entgangen. Wie die Geschichte in Weinach schließlich ausgeht, wird an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel sei gesagt: Grün ist die Farbe der Hoffnung!

Zur Vorbereitung auf den zweiten Teil des Programms erläuterten die Pädagoginnen anschaulich, wie die Situation auf der Wewelsburg im „Dritten Reich“ war, wobei die KulturScouts ihr bereits vorhandenes Wissen wesentlich einbringen durften und Wissenslücken mit zahlreichen Fragen schließen konnten. Darauf folgte eine kleine Besichtigung des Nordturms und der darin enthaltenen „Gruft“ sowie dem „Obergruppenführersaal“. In der „Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945“ verschafften sich die Scouts anhand eines Modells in der Ausstellung „Ideologie und Terror der SS“ einen Überblick über die Anlage des ehemaligen KZ Niederhagen-Wewelsburg, an die noch heute ein Mahnmal auf dem Gelände des ehemaligen Appellplatzes des KZ erinnert. Nach einem kurzen Fußmarsch erkannten die KulturScouts erst auf den zweiten Blick das im Dreieck angelegte und aus vielen kleinen Dreiecken bestehende Mahnmal inmitten einer idyllischen Wohnsiedlung. Genau hinschauen musste man auch, um zu erkennen, dass die Dreiecke nicht alle gleich sind, sondern jedes  individuell gestaltet und ausgearbeitet für sich steht – so wie wir alle.

Hingucken lohnt sich!

Lilian Wohnhas

martaNRW
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