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Die Hingucker

KulturScouts üben Zivilcourage in der Wewelsburg

Ausgrenzung, Mobbing und Diskriminierung sind heikle Themen in unserer Gesellschaft. Um diese zu bekämpfen hat die 7b der Brodhagen Hauptschule Bielefeld mit Lehrerin Frau Köpke und Lehrer Herrn Spilker die Wewelsburg besucht. Als „die Hingucker“ haben sich die Schüler aufgemacht, Zivilcourage zu üben. Dabei wurden Sie von Pädagogin Frau Agnes Ising begleitet.

Wie ist es, wenn man ausgeschlossen wird, nur weil man ein Halstuch trägt? Schon beim Begrüßungsspiel spüren die KulturScouts, wie es sich anfühlt, wegen eines willkürlich ausgesuchten Merkmals, das man an sich trägt, nicht mehr „dazu zu gehören“. „Ein Außenseiter, das ist einer, mit dem die Anderen nichts mehr zu tun haben wollen. Ein blödes Gefühl“, stellt ein Schüler der 7b fest. „Religion und das Erscheinungsbild, oft in Verbindung mit Neid oder Eifersucht, sind Gründe, warum Menschen ausgegrenzt werden“, erklärt Frau Ising.

Um die Schüler behutsam mit der Zeit des Nationalsozialismus und der Hexenverfolgungen in Verbindung zu bringen, liest Pädagogin Frau Ising einige Passagen aus dem Kinderbuch „Die Hingucker“ von Ursula Kraft vor. Das Buch handelt von Fremdenfeindlichkeit, ausgelöst durch die grüne Augenfarbe der „Malachiten“ und von mutigen Kindern, die den ersten Schritt gegen die Diskriminierung ihrer Freunde aufnehmen. Zwischen den Lesungen wird das Gehörte immer wieder vertieft. Rollenspiele und kleine Aktionen symbolisieren die Thematik – ein wichtiger Beitrag gegen Vorurteile wie Gewaltbereitschaft und Fremdenhass.

Auch die Wewelsburg wurde während des 2. Weltkrieges von Heinrich Himmler, Reichsführer der Schutzstaffel und Chef der Deutschen Polizei, für nationalsozialistische, grausame Vorgehen, benutzt. Es folgt ein Gang in den „Hexenkeller“. Eine bedrohlich steile Treppe führt die Schüler zu einem Ort, an dem vornehmlich Frauen, die der Hexerei angeklagt wurden, schwer gequält wurden. Frau Ising erklärt, dass die Menschen Sündenböcke für das herrschende Leid und die unmenschlichen Lebensumständen suchten und somit aus ihrer Verzweiflung heraus unschuldigen Menschen dafür verantwortlichen machten.

Nach diesen aufregenden Eindrücken führt Frau Ising die Schüler zum Appellplatz. Auf einer großen Rasenfläche wurde ein Mahnmal aufgebaut, ein großes Dreieck, das an das Leid und die vielen Verstorbenen während der Judenverfolgungen im 2. Weltkrieg erinnert. Frau Ising erzählt, dass das Konzentrationslager Niederhagen einst genau auf dieser Fläche gestanden hat und manchmal sogar noch Zeitzeugen zur Wewelsburg kommen, um ihre eigenen Erlebnisse zu erzählen.

Abschließend erfolgt ein kleiner Rundgang durch die Ausstellung „Ideologie und Terror der SS“. Ausgewählte Bilder und Kurzgeschichten veranschaulichen noch ein Mal kindgerecht die Umstände zur Zeit des Nationalsozialismus. „Heute haben wir viel gelernt. Wir müssen aufpassen, dass sowas nie wieder passiert“ ruft ein Schüler ins Bewusstsein.

Saskia Ganschow und Anna Nzanzambi, 01. Dezember 2011

martaNRW
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