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Eine Reise in eine

vergangene Zeit

Kulturscouts OWL entdecken eine völlig andere Welt

Am 14.10.11 fuhr die Klasse 9e der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Löhne ins LWL-Freilichtmuseum Detmold, das mit einer Fläche von ca. 90 ha. das größte Freilichtmuseum in Deutschland ist. Es wurde viel gestaunt und entdeckt.

Detmold. OWL.

„Geschichte?”-„Nee, nicht so mein Ding…!” – „Geschichte im Freilichtmuseum Detmold mit den Möglichkeiten zu riechen, zu tasten und sogar zu schmecken?”, „Schon besser…” – „Wie wär´s mit dem größten Freilichtmuseum Deutschlands?”- „Da muss ich hin!”
Dieses Museum war nicht eines der ersten Ziele der KulturScouts, doch die Schülerinnen und Schüler der 9e wurden überrascht, überrascht vor allem von dem Angebote „Unter Dach und Fach“. Die 9e war davon begeistert.
Neugierig betraten die Schülerinnen und Schüler die Wassermühle und versuchten zu erschließen, wie sie ganz ohne Strom funktioniert.

Dann betrachteten sie auf dem Weg zum Osnabrücker und Mindener Hof Denkmäler und ein Mausoleum.
Der Osnabrücker Hof brachte die Jugendlichen ganz schön zum Nachdenken: All der Luxus von Strom, Licht, Badewanne, PCs etc., an den sie sich so gewöhnt haben, war damals höchstens der Traum einzelner “Spinner”.
Wärme brachte ins Haus nur das Herdfeuer auf der Tenne. Knechte und Mägde schliefen über den Ställen für Pferde und Kühe, die rechts und links auf der Tenne untergebracht waren. Die Tiere brachten ihnen die nächtliche Wärme. Schweine wurden aufgrund ihres Gestanks in Schweineställen abseits des Hauses gehalten.
Über der Feuerstelle an der Kopfseite der Tenne räucherte man Fleisch und kochte in einem einzigen Kessel.
In den sehr kleinen Kammern hinter der Feuerstelle schliefen Bauer und Bäuerin mit ihren Kindern. Da damals die Familien sehr groß waren, mussten in den Betten mehrere Personen schlafen, z. T. sitzend. Die Jugendlichen bemerkten, dass die Betten sehr kurz waren, denn die Menschen waren früher einfach kleiner als heute.
Die Schülerinnen und Schüler besuchten auch die zahlreichen Gärten, in denen die Familien Gemüse für die Ernährung anpflanzten.
Weiter besuchten sie eine Töpferei, eine Fasanerie, ein Armenhaus und eine Schule sowie den Gräftenhof, eine große Hofanlage umgeben von einem Wassergraben.

An der Kappenwindmühle suchten sie nach den Unterschieden zur Bockwindmühle. Die Klasse bestaunte die gewaltigen Mahlsteine und war überrascht, wie fein das Mehl damit gemahlen werden konnte. Auf dem Weg zum Paderborner Dorf gab es neben den vielen bekannten Nutztieren auch Apfel- und Birnenbäume zu sehen, deren Sorten heute kaum noch in den Gärten zu finden sind. Die Äpfel schmeckten nicht nur den darunter weidenden Tieren, sondern auch den Schülerinnen und Schülern. Welche Sorte war ebsonders empfehlenswert? Darüber war man geteilter Meinung.

Dann ging’s zum Workshop:

Auf geht´s, Mädels und Männer!
Die Aufgabe bestand darin, wie richtige Zimmerleute ein Fachwerkhaus zu errichten.

Zum Glück waren die Vorarbeiten schon geleistet: Die Fachwerkbalken waren fix und fertig und markiert. Sie mussten nicht in langer Vorarbeit im Frühjahr zugesägt werden, nachdem sie im Winter gefällt worden waren.
Das Haus, das die Kultursouts zusammenbauten, war ein 3×3 Meter kleiner maßstabgetreuer Nachbau eines typischen Fachwerkhauses. Die Klasse bildete vier Gruppen, jede Gruppe sollte eine Fachwerkwand zusammenstecken, ähnlich wie beim Bau eines Blockhauses.
Die Balken wurden „verzapft“, d.h. miteinander verbunden, Dübel sorgten für Stabilität. Beim Zusammenbau waren die Gruppen unterschiedlich schnell, ein paarmal den Balken drehen, „Was passt nun zusammen?“ – das war durchaus nicht „kinderleicht“.

Einige konnten es kaum abwarten, das Dach zu bauen. Sie schleppten die Balken heran und stellten sie passend auf die errichteten Wände. Anschließend stiegen vier Schüler auf das Dach, um mit den letzten Balken die Einzelteile quer zu verbinden. Alle packten kräftig an. Am Ende stand: Ein Superhaus für extrem kleine Leute!
Nach dem Workshop brauchten die Kulturscouts eine Stärkung. In der Bäckerei “Mühlenmehl” roch es verführerisch und die wunderbar duftenden Lippischen Strohsemmeln schmeckten hervorragend. Auch der Streuselkuchen „handgemacht“ fand Käufer.

Im Paderborner Dorf konnten noch mehr alte Handwerke und Häuser erkundet werden, die Schmiede, das Haus der Gefühle, das Lauschhaus und die Kapellenschule…
Selbstverständlich gibt es im Freilichtmuseum auch einen Museumsshop, einen ziemlich grandiosen sogar.
Jeder Besucher des Freilichtmuseums Detmold lernt, in welch bequemer Art und Weise wir heute leben und wie beschwerlich das Leben unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern wohl gewesen ist.
Das Museum ist sehr geeignet für wanderbegeisterte Leute oder für Besucher, die gern mal eine Ausflugsfahrt a la 19. Jahrhundert genießen wollen: eine Kutschfahrt.

Ich empfehle es allen Leuten, die eigentlich mit Geschichte nichts anfangen können, denn es weckt Interesse, weil hier Geschichte hautnah „gespürt“ werden kann. Das sind eindrucksvolle Erfahrungen für Groß und Klein!

Fatma Basol

Zurück in die Vergangenheit

Am Donnerstag, den 13. Oktober 2011, besuchte die 9e, eine Klasse der Bertolt-Brecht Gesamtschule, das größte Freilichtmuseum Europas, das LWL Freilichtmuseum Detmold. Das Museum bietet mehr als 100 in Westfalen erbaute Gebäude, um darzustellen, wie sich das bäuerliche Leben seit ca. 1550 entwickelt hat. Nicht nur Attraktionen aus dem Alltag der Menschen zu dieser Zeit sind zu betrachten, Fahrten mit der Pferdekutsche auf dem Museumsgelände runden das Gesamtbild vom Landleben im Freilichtmuseums ab, in dem das Handwerk auch nicht fehlt. Es kann beobachtet werden, wie Mehl gemahlen und Brot gebacken wird, wie Becher getöpfert und gebrannt werden und Metall geschmiedet wird.

Die Reise beginnt

Die Jugendlichen der 9. Klasse kamen mit Vorfreude in dem Museum an. Kaum hatte jeder seinen Übersichtsplan am Eingang in die Hand genommen, ging es auch schon los. Die Schüler teilten sich auf und spazierten durch das 90 Hektar große Museum.
Eine Menge alter Gebäude erwartete sie. Gleich zu Beginn der Wanderung war die Wassermühle zu sehen, die in Betrieb war. Daraufhin ging es weiter zum Mausoleum, das Ernst Johann von Schröder erbaute. Wann? – das blieb ein wenig unklar.
Die Schüler, marschierten“ in einem schnelleren Tempo weiter, da sie um 10.30 Uhr einen Workshop gebucht hatten, der im Paderborner Dorf stattfinden sollte. Deshalb „überflogen“ sie erst einmal den Osnabrücker Hof, den Mindener Hof, das Armenhaus, die Schule und die Kappenwindmühle. Allerdings hielten die vielen verschiedenartigen Apfelbäume sie längere Zeit auf, denn die Champagnerrenette war ihnen völlig unbekannt. Der Name dieser alten französischen Apfelsorte geht auf die Herkunftsgegend, die Champagne südlich von Paris zurück. Aber vielleicht kommt der Name auch daher, dass der Apfel ein prickelndes, an Champagner erinnerndes Aroma hat, wie einige Schüler glaubwürdig bestätigen konnten.

„Unter Dach und Fach“ – ein Workshop der besonderen Art

Der Workshop machte den Jugendlichen den größten Spaß, denn sie durften selbst Hand anlegen. Ihre Aufgabe war es aus zugeschnittenen Holzbalken, die Markierungen trugen, ein kleines Fachwerkbauernhaus zu errichten. Dazu bildeten die Schüler jeweils vier Gruppen. Jede Gruppe war für eine Hauswand verantwortlich. Das Dach wurde zum Schluss von allen Schülern zusammen aufgebaut. Als nach einiger Zeit das Haus stand, war das Klassenfoto selbstverständlich.

Die Schülerinnen und Schüler benötigten zwar nur eine gute Stunde für den Auf- und Abbau des kleinen Bauernhauses, für ein echtes, großes Bauernhaus brauchten die Menschen früher mehr als ein Jahr, dann stand das „Fachwerkgerüst“. Nun ahnten die Jugendlichen ein wenig, wie die Häuser früher gebaut wurden und was für eine harte Arbeit es damals gewesen sein muss.
Abgesehen davon lernten die Schülerinnen und Schüler auch, woher das Wort ,,Wand“ kommt, denn der Kursleiter erklärte, dass die Wände früher mit Ästen und Reisig „gewunden“ wurden, wodurch das Wort ,,Wand“ entstand.

Auf Entdeckungskurs

Anschließend entschieden die Schülerinnen und Schüler, welches Angebot im Freilichtmuseum sie sich genauer anschauen wollten. Es gab „Freilauf“! .Zu sehen gab es noch genügend, weshalb die Schüler sich schnell in kleinen Gruppen zusammen taten und sich auf den Weg ihrer Wahl machten.

Viele Gruppen warfen einen Blick in die Schmiede, wo sie sehen konnten, wie ein Schmied Metall schmolz. Nach einem Besuch in der Bäckerei, der Pastorat und dem Haus der Gefühle wanderten die Schülerinnen und Schüler bis zur Kapellenschule und kamen schließlich in das Sauerländer Dorf. Auf dem Rückweg entdeckten sie Kräuter und Heilpflanzen in einem Apothekergarten und waren von den vielen Nutztieren überrascht, wie z.B. Ziegen, Lippegänsen und Bentheimer Landschweine, die es im Freilichtmuseum gibt. Auf alten Gemälden wurden ihnen die Senner, die älteste vom Aussterben bedrohte Pferderasse Deutschlands, vorgestellt.
Überraschenderweise gibt es im Freilichtmuseum auch Vorbereitungen für „junge“ Gebäude, z.B. soll die erste Tankstelle Westfalens noch einen Platz darin finden.
Wer gerne eine Reise in die Vergangenheit machen möchte und sehen will, wie die Bauern in den letzten drei- vierhundert Jahren gelebt haben, ist im Freilichtmuseum Detmold genau richtig. Es ist sowohl für jung Leute, die viel zu staunen finden, als auch für ältere geeignet, die sich vielleicht noch ein wenig an das „Landleben“ in Westfalen erinnern können.

Fazit: Ein Besuch im Freilichtmuseum Detmold ist abwechslungsreich, lustig (viele zutrauliche Tiere), genussvoll (leckere Äpfel im Herbst) und unterhaltsam (Landleben ohne Strom und Wasser).

Samar Al Ibadi

martaNRW
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