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Franks coole

Architektur

In ihrer Freizeit besuchten die 10 Jugendlichen des Jugendzentrums Life House aus Stemwede (Kreis Minden) das Museum Marta Herford und begaben sich dort auf eine intensive Entdeckungstour durch das Museum.
Warum hat das Marta so eine besondere Architektur? Wer ist ihr Erfinder und wie kam er auf die Idee, so viel Bewegung in die Wände des Marta zu bringen? Können die Mauern umfallen?

Diese und viele weitere Fragen waren es, mit denen die Kinder und Jugendlichen vom Life House den Marta-Kunstvermittler Jan löcherten – und auf die er stets eine gute Antwort parat hatte. Doch ging es in erster Linie nicht darum, reines Wissen über Frank Gehry und seine Bau-”Kunst” zu vermitteln, sondern vielmehr darum, unter Einsatz der eigenen Sinne (sehen, hören, fühlen etc.) selbst zu erkunden und so den Antworten aus eigener Kraft auf die Schliche zu kommen. Etwa als “lebende Kamera”: in Zweierteams fanden sich die Scouts zusammen, ein aktiver Führer manövrierte seinen “blinden” Partner durch das Forum, den riesengroßen Veranstaltungssaal mit seiner wellenförmigen Decke. An spannenden Orten knipsten die Teilnehmer ein Foto, d. h. sie machten eine Gedanken-Aufnahme eines architektonischen Details, um dann später darüber zu sprechen und ihre Erlebnisse zu teilen.

Nicht minder spannend war dann auch der buchstäbliche Einblick in die komplizierte Stahlträgerdachkonstruktion des Marta. Durch eine Luke konnten die Jugendlichen sich selbst einen Eindruck davon verschaffen, wie komplex und technisch ausgereift das Dach über den Ausstellungsgalerien gebaut ist. Aber auch ein Rundgang durch die Ausstellung “Ruhe-Störung”, die das Thema Collage in den Mittelpunkt rückt, hinterließ staunenden Gesichter. Ob Dieter Roths eingeschweißte Salamischeibe aus den 60er-Jahren oder Diana Siriannis fliehende Raumkonstruktion – zeitgenössische Kunst regt zum Sprechen und Austauschen eigener Gedanken an, stellten die KulturScouts aus Stemwede erstaunt fest!

Zuletzt war dann die eigene Fantasie und Gestaltungskraft der Scouts gefragt. Im Marta Atelier stellten sie zunächst Frank Gehrys künstlerischen Schaffensprozess nach: ein zerknülltes Papier, aus dem langsam Formen entstehen, diente als Anschauungsobjekt. Aus Recyclingartikeln wie Pappe, Plastikhalmen, Klebeband, Folien und vielem mehr entwarfen die Jugendlichen anschließend ihr eigenes Traum-Gebäude. So entstanden fantasievolle und bunte Museen, Wohnhäuser und Kinos, die von den KulturScouts als Andenken an ihren “bewegten” Nachmittag im Marta mit nach Hause genommen wurden.

Lilian Wohnhas, 2014

martaNRW
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