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Jäger und Sammler

in der Steinzeit

„Wer von Euch war denn vorher schon einmal hier im Museum?“ fragt die pädagogische Mitarbeiterin Frau Delker-Hornemann die startbereiten KulturScouts zur Begrüßung im Foyer des Lippischen Landesmuseums Detmold. Ein Schüler meldet sich. Die meisten sind zum ersten Mal hier und neugierig darauf, was sie diesen Vormittag hier wohl entdecken werden. Auch die Lehrerin Frau Judt ist gespannt. Sie hat das Programm als Einführung in das neue Geschichtsthema ausgewählt.

Die erste Station auf der Erkundungstour auf den Spuren der „Jäger und Sammler in der Steinzeit“ befindet sich in der Ausstellung. Viele verschiedene Gegenstände zum Thema Ur- und Frühgeschichte hat Frau Delker-Hornemann hier ausgelegt, anhand derer die KulturScouts dem Leben und Arbeiten der Steinzeitmenschen auf den Grund gehen. Die Schüler der 6a aus der Realschule im Schulzentrum Süd Bad Oeynhausen sind wach dabei und beteiligen sich rege. Zum Einstieg in das neue Unterrichtsthema haben sie als Hausaufgabe schon einen Text im Geschichtsbuch gelesen. Einige Schüler haben von zu Hause Sachbücher zum Thema mitgebracht. Frau Delker-Hornemann ist positiv überrascht, dass die Schüler bereits viel Vorwissen mitbringen. Womit hat man in der Steinzeit gejagt? „Mit dem Speer.“ – „Faustkeil!“ – „Harpune?“ Und aus welchem Material haben die Menschen in der Steinzeit diese Werkzeuge hergestellt? „Aus Holz.“ – „Elfenbein.“ – „Aus Knochen.“ Klar wissen die KulturScouts, dass es in der Steinzeit noch kein Metall gab. Für eine Axt – oder ein Beil – wurden scharfe Steine in den Schaft eingesetzt und mit Birkenpech festgeklebt. Dass es aber schon eine Bohrmaschine gab, mit dessen spitzem langem Bohrkopf aus Stein man sogar winzige Knochenperlen durchbohren konnte und den heute kein Steinhauer mehr so fein rekonstruieren kann, das hätten sie nicht erwartet. Gut also, dass die Perlen aus Schafs- und Rinderknochen, mit denen sich die KulturScouts nun ihre eigene Kette auffädeln dürfen, schon vorgebohrt sind.

Nach einer langen, konzentrierten Einführung haben sich die Schüler nun ein Mittagessen verdient. Das wird nach steinzeitlicher Tradition zubereitet. Dabei lernen die KulturScouts gleich, welche Nahrungsmittel man damals schon kannte. Wer wäscht die Kräuter? Wer schneidet die Äpfel? Dann wird Bulgur mit Honig und Äpfeln gemischt. Ausnahmsweise gibt es heute keine wilden Steinzeitäpfel, sonst würden die KulturScouts wohl nicht satt. „Gibt es nur Hagebuttentee oder Wasser?“ fragt ein Schüler ungläubig. „Tja, Cola gab es in der Steinzeit noch nicht.“ Genau genommen nicht einmal Zucker. Dann wird der Tisch gedeckt und die Klasse stärkt sich für den nächsten Programmpunkt: Das Speerwerfen.

Draußen vor dem Museum treten drei Gruppen zum Üben an. Einige sehr talentierte Jäger gibt es da, die einmal ausholen und ihren Speer auch ohne Speerschleuder bis zum anderen Ende der Grasfläche befördern. Andere wiederum wären in der Steinzeit bessere Sammler als Jäger gewesen.

Zum Schluss des spannenden und vielseitigen Vormittags im Lippischen Landesmuseum Detmold können die KulturScouts in der Ausstellungen Zeichnungen nach Bildern alter Höhlenmalereien anfertigen. Mit den frisch fixierten Kunstwerken unterm Arm und voller neuer Eindrücke geht es nun schnell zurück zum Bahnhof. Im Zug hält eine Schülerinnengruppe fest: „Wir wären gerne noch länger geblieben!“ – „Ja, ich hätte gerne noch mehr Zeit gehabt, um mir die Ausstellung anzusehen.“ – „Ich fand’s gut!“ Alles Gründe, bald einmal wieder ins Lippische Landesmuseum Detmold zu kommen.

Antje Nöhren, 5. Oktober 2011

martaNRW
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