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Junge Architekten

KulturScouts aus der Kuhlo-Realschule Bielefeld im Marta Herford

02. Februar 2012 Nachdem die Lehrerin Frau Wolter die ersten beiden Ausflugsziele ins Heinz Nixdorf MuseumsForum und ins Kloster Dalheim für ihre KulturScouts nach Unterrichtsthemen ausgesucht hat, durften die Schüler dieses Mal selbst wählen, wo es hin gehen soll. Nach demokratischer Abstimmung war sich die Mehrheit einig: Marta Herford! Vor dem Besuch informierten sich die Schüler bereits genau und recherchierten eigenständig zu dem „schrägen Architekten“ Frank Gehry. Je mehr sie über ihn erfuhren, desto gespannter waren sie, eines seiner ungewöhnlichen Gebäude einmal life zu sehen.

Kaum angekommen, geht es in zwei Gruppen (Mädchen und Jungen getrennt) auch schon mit der Führung durch das Museum los. Zuerst nimmt die Mädelsgruppe Public Street und Lobby in Augenschein, dann geht es bei frostigen Temperaturen dick eingepackt nach draußen. Vor dem Museum steht eine Skulptur auf einem riesigen Sockel: Tupac. „Den fand der Künstler so toll, dass er ihm ein Denkmal gebaut hat.“ erklärt Angela Kahre. Die KulturScouts überlegen, welchem Helden von heute sie ein Denkmal setzen würden. Vom Aussichtsplatz aus kann man das Museum mit etwas Abstand betrachten. Woran erinnern seine Formen? „An Meer.“ – „Wellen!“ – „An ein Schiff.“ Von der Seite können die KulturScouts nun versuchen, sich einmal mit der ganzen Körperfläche gegen das Museum zu lehnen – vergeblich. Jedenfalls, wenn man nicht umfallen will. Hinter dem Gebäude wird der Blick dann auf einen Fluss frei gegeben, die Aa. „Hier hat sich der Architekt zu den Formen für sein Gebäude inspirieren lassen“, erklärt die Museumspädagogin Angela Kahre. Drinnen geht es mit einer Führung hinter die Kulissen weiter: „Als KulturScouts bekommt Ihr Einblick in Räume des Museums, die sonst kein Besucher sieht.“ Im Lastenaufzug entdecken die KulturScouts das Kunstwerk „Transition Transport“ von der Künstlerin Ellen Brusselmans: zahllose bunte Magnetbuchstaben, die zu Worten oder Formen zusammengefügt werden können. „Sowas brauchen wir in der Schule auch!“ freut sich die Lehrerin Frau Wolter. Durch den Technik- und Heizungsraum gelangen die Schülerinnen zu einer winzigen Tür, die einen Blick in das Innere der riesigen Dachlandschaft erlaubt.

Weiter geht es im Forum des Museums, wo die KulturScouts der Innenarchitektur auf die Spur gehen. Viele von Ihnen haben interessante Ideen, wie sie den Raum nutzen würden, wenn sie darin wohnen dürften. „Der Raum so riesig – und irgendwie nicht gerade gemütlich.“ – „Wenn das mein Zimmer wäre, würde ich hier eine Rutsche bauen, oder eine Schaukel.“ – „Ich würde ein Trampolin aufstellen – oder Bungee Jumping machen.“ – „Eine versteckte Ecke gibt es hier, die wie eine Höhle wirkt.“ Museumspädagogin Susanne Killguss und Angela Kahre geleiten die Klasse mit den vielen gewonnenen Raum-Eindrücken ins Marta Atelier. Hier sind Kreativität und praktisches Arbeiten gefragt. „Stellt euch vor, ihr seid Architekten. In Kleingruppen ist es euer Ziel, ein Jugendzentrum zu planen. Wie soll es aussehen, von außen und von innen? Wo soll es stehen, welche Form hat es und warum? Angela und ich sind die zuständigen Bürgermeisterinnen, wir küren abschließend den Sieger!“ erklärt Frau Killguss die anstehende Aufgabe.
Sofort stürzen sich die Scouts auf das noch unbeschriftete Papier um es mit Bastel- und Malmaterialien in architektonische Kunstwerke zu verwandeln. Eine Gruppe konzentriert sich mehr auf die Innenansicht, eine andere auf die Außensicht des zu planenden Gebäudes. Hier helfen Eierkartons als Anregung, dort entsteht eine flaschenähnliche, lang gezogene Form, da Bungee Jumping vom Dach eine Hauptattraktion werden soll.

Langsam aber sicher verwirklichen sich die Schüler auf dem Papier und ihre zahlreichen Ideen nehmen Gestalt an.
„Unser Jugendzentrum heißt Happy Face“, erklärt eine Gruppe stolz. „Im Keller befindet sich eine Paintball-Arena und ein Hallenbad. Das Jugendzentrum steht im Teutoburger Wald, dort ist viel Platz in der Natur.“ – „Bei uns gibt es natürlich einen PS 3-Raum, aber auch eine Bibliothek, wo man sich Bücher leihen kann.“ – „Das Café mit Dachterrasse ist nur über die Kletterwand zu erreichen.“
Während die einen Architekten Spaß und Abwechslung in den Vordergrund stellen, denken manche KulturScouts ungeahnt sozial: „Unser Zentrum hat 24 Stunden am Tag geöffnet und hat keine Altersbegrenzung, damit jedes Kind einen Zufluchtsort bei uns findet“.
Die Präsentationen aller Kleingruppen sind ohne Frage gelungen! „Die Vielfalt der Ideen unserer heutigen Scouts sind wirklich toll“ findet Susanne Killguss und verabschiedet die Klasse mit bunten, kleinen, architektonischen Meisterwerken.

Antje Nöhren & Saskia Ganschow

martaNRW
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