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KulturScouts auf

der Theaterbühne

17. Januar 2012: Große rote Teppiche und funkelnde Lampen an den Wänden. Ein großer Saal mit eleganten rotbezogenen Sitzplätzen, ein Publikum, fein angezogen. „Herzlich willkommen im Landestheater Detmold“ begrüßt Theaterpädagogin Frau Bertram die 7. Klasse der städtischen Realschule Lichtenau und Lehrerin Frau Künsting.

„1825 wurde das Theater hier auf Wunsch der Fürsten gebaut. Schauspieler zogen schon 1778 umher und kamen auch nach Detmold, um mit ihrer rollenden Bühne, ein Wagen mit Vorhang, den man zum Schauspiel aufklappen konnte die Bewohner zu unterhalten“, erzählt Frau Bertram zur Entstehungsgeschichte. Stolz berichtet Frau Bertram, dass schon große Komponisten wie Johannes Brams und Albert Lortzing im Landestheater gearbeitet und ein Stück Musikgeschichte geschrieben haben.

Im Innenhof des Theaters sollen die Schüler sich ein Mal umschauen. An den Wänden sind kunstvolle Zeichnungen zu sehen. Ein KulturScout entdeckt zum Beispiel einen Baum. „Der symbolisiert die Arbeit der Bühnen- und Theatermaler“, erklärt Frau Bertram. „Dort oben ist eine Trompete“, bemerkt eine Schülerin. Die steht für das Orchester im Theater. Insgesamt 70 Musiker arbeiten hier im Landestheater Detmold. Außerdem gibt es die Maske. Dort dreht sich alles um Schminke, Perücken und Masken. Außerdem befinden sich im Theater eine Kostümabteilung, eine Tischler- und Schlosserei, Beleuchtungsspezialisten, eine Schneiderei und viele weitere Berufsbilder, die alle dazu beitragen, dass die Theatervorstellungen einzigartig und bis ins letzte Detail stimmig sind.

Frau Bertram führt die Schüler durch ein paar Gänge in das Herzstück des Gebäudes: den Theatersaal. Staunend schauen sich die Schüler in dem pompösen Saal um. An der Decke hängt ein schwerer, strahlender Kronleuchter. Die Wände sind geschmückt mit Malereien. „Seht ihr die gemütlichen Sitznischen, die fast bis zu Decke reichen?“, fragt Frau Bertram. „Das sind die Logen. Das Fürstenpaar saß immer in der Loge vorne links, sodass es alles überblicken konnte. Sowohl das Schauspiel auf der Bühne, als auch die geladenen Gäste. Und die große Loge in der Mitte war für besondere Gäste bestimmt“ veranschaulicht Frau Bertram.
Die KulturScouts haben heute besonders viel Glück. Plötzlich fährt die riesige Bühnenwand hoch, und die Schüler können hinter die Kulissen schauen. Techniker und Aufbauhelfer bereiten gerade alles für die nächste Aufführung vor.

Dann geht die Entdeckungsreise weiter. Die KulturScouts dürfen zuschauen, wie in der Tischlerei riesige Bühnenteile gebaut werden. „Die größten Teile, die wir hier bauen, dürfen maximal 6 m groß sein“ erläutert eine Mitarbeiterin. „Ansonsten passen die Teile nicht in den LKW und wir können die Bühnenelemente nicht transportieren. Denn die Theaterstücke werden nicht nur hier aufgeführt, die Schauspieler reisen in viele verschiedene Städte und nehmen alles mit, was sie dazu benötigen.“
Frau Bertram zeigt den kleinen Entdeckern auch die Arbeitsstätte der Bühnenmaler. In der Kleiderkammer staunen die Scouts nicht schlecht: über 100.000 Kostüme lassen viel Raum für Fantasie und nicht ein Mal die Erwachsenen können ihre Verkleidungslaune verbergen.

Dann wandern die KulturScouts in das Kaschlupp, das Kinder- und Jugendtheater Detmolds. Aufgestellt in einem großen Kreis werden pantomimisch „schwere Kisten“ von einem zum anderen Schüler weitergeschoben. Körperbewusstsein, Selbstdarstellung und die Interaktion mit Mitmenschen. Aufgaben, die auch die professionellen Schauspieler vor den Aufführungen als Aufwärmübungen praktizieren.

Ein aufregender Vormittag im Landestheater Detmold neigt sich dem Ende zu. Und der ein oder andere KulturScout hat einen neuen Berufswunsch.

Saskia Ganschow

martaNRW
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