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KulturScouts sind

keine Angsthasen

Mädchen aus dem Netzwerk Integration im Kaschlupp

Zum ersten Mal waren diese Mädchen aus dem „Netzwerk Integration“ am Samstag als KulturScouts-Gruppe unterwegs. Aus der Arbeit mit der Jugendbetreuerin Sonja Duray aber auch aus der Theater-AG in der Schule waren sie schon bestens vertraut mit den Brettern, die die Welt bedeuten und nun waren sie sehr gespannt darauf, einmal hinter die Kulissen vom Landestheater Detmold schauen zu können. Der Theaterpädagoge Herr Brandt führte die Gruppe zu den Garderoben für die SchauspielerInnen, dann auf die Bühne, auf der bereits ein aufwändiges Bühnenbild aufgebaut war und dann zu den vielen Werkstätten und Arbeitsplätzen rund ums Theater. Aufmerksam hörten die KulturScouts zu, besonders als es um die Möglichkeit ging, sich am Theater ausbilden zu lassen. Zum Beispiel in der Malerwerkstatt. Vivien würde am liebsten Tänzerin werden. Da wäre sie hier am Dreispartenhaus – für Sprech-, Musik- und Tanztheater – doch eigentlich genau richtig. Aber: Bevor sie loslegen kann, muss sie für ihren Traumberuf studiert haben. Neugierig sind die aufgeweckten Mädels auch auf die Praktikumsplätze am Theater. Auf der Homepage des Theaters kann man sehen, dass man schnell sein muss, wenn man einen der begehrten Plätze ergattern möchte.

Nach dem spannenden Rundgang durch den Backstagebereich ging es nun weiter zum Kaschlupp!, der Kinder- und Jugendbühne des Landestheaters. Hier erwartete die Gruppe ein intensiver – und auch etwas beängstigender – Workshop: Gemeinsam tasteten sich die Mädchen und ihre Betreuerinnen an das Theaterstück „Angstmän“ von El Kurdi heran, das sie am Sonntag zum ersten Mal auf der Bühne erleben würden. Passagen aus dem Stück lasen und inszenierten die Mädchen mit verteilten Rollen und in Kleingruppen. Wie sehe ich aus, wenn ich Angst habe? Wie, wenn ich mutig bin? Wie kommt es, dass uns Dinge im Licht weniger unheimlich vorkommen als im Dunkeln? Welchen Beitrag leistet so richtig unheimliche Musik, um eine Szene angsteinflößend wirken zu lassen? Zum Schluss schrieb jede Gruppe eine eigene kleine Szene, die zu entsprechender Musik vorgelesen oder gespielt werden konnte.

Eines war auf jeden Fall klar: Dieser gemeinsame Nachmittag trieb die Spannung auf das Stück am morgigen Tag geradezu auf die Spitze. „Aber keine Sorge,“ konnte die Theaterpädagogin Claudia Göbel Evin und Eyla beruhigen: „Vor dem Stück braucht man keine Angst zu haben, das wird vor allem mal eines: sehr, sehr lustig.“

Lilian Wohnhas, 2012

martaNRW
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