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Ritterschlag für

die KulturScouts

KulturScouts der Hauptschule Preußisch Oldendorf erleben höfisches Zeremoniell im Weserrenaissancemuseum Schloss Brake

Das Leben eines angehenden Ritters in der frühen Neuzeit war echt hart. Ein voller Stundenplan vom Morgengrauen bis spät in den Abend hinein, darin Latein, Rhetorik, Benimmkunde, Speerwurf und viele andere Fächer, die den Knappen auf das entbehrungsreiche und vor allem von höfischen Regeln durchsetzte Leben als Ritter vorbereiten sollte. Den adligen Damen wurde ebenfalls eine umfangreiche Ausbildung zuteil: lesen, schreiben und rechnen gehörte auch zu ihrer Erziehung, daneben lernten die Mädchen, wie sie einen Haushalt zu führen hatten.

Die Schülerinnen und Schüler aus Preußisch Oldendorf staunen nicht schlecht: denn entgegen der gängigen Meinung besaß man als Bewohner einer Burg – zumindest aus heutiger Sicht – wenig Annehmlichkeiten. Neben der Tatsache, dass Baden und Zähneputzen weitgehend verpönt waren, Läuse auf dem Kopf als normal galten und man seine Kleidung fast nie wusch, galt es, eine Fülle von strengen Regeln zu befolgen, etwa wenn ein großes festliches Gelage anstand.

Gegessen wurde, was auf den Tisch kam und das nicht selten in pürierter Form. Warum? Die Schüler wissen die Antwort: die Zähne waren so kariös, pürierte Speisen waren einfacher zu kauen. Gabeln galten als “Teufelszinken” und riefen noch um 16oo Misstrauen hervor, Messer dagegen wurden universal eingesetzt. Statt Wasser wurde ein saurer Wein genossen, die Kinder bekamen Bier verabreicht. Aus dieser Zeit etwa stammen auch bekannte Redewendungen wie “den Löffel abgeben” , “ein Buch aufschlagen” oder “das Heft in der Hand halten”, erfahren die neugierigen Jugendlichen.

Als adlige Damen und Ritter am Hof haben die Schüler am Ende einige Prüfungen zu meistern: etwa das “Ringelstechen”, einst ein beliebter Wettbewerb am Hof oder auch einen Tanz mit der “Liebsten”. Zu guter Letzt erfolgt der verdiente Ritterschlag!

Lilian Wohnhas, 2013

martaNRW
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