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Schön geheim!

Zu Besuch in der Kunsthalle Bielefeld

Was die rund 30 Jugendlichen vom Jugendzentrum Life House in Stemwede am Freitagnachmittag in der Kunsthalle Bielefeld zu sehen bekommen sollten, hielten die beiden Museumspädagoginnen Angela und Hülya noch geheim – bis es endlich in die Ausstellung ging. Die treffenderweise „Schönheit und Geheimnis. Der deutsche Symbolismus“ hieß!

Schnell lüftete sich das Geheimnis und die jungen Scouts kamen den Inhalten der Ausstellung auf die Schliche. Hier malten 33 Künstler um die Jahrhundertwende die Werke, die heute in der Kunsthalle im Rahmen der Ausstellung zu bestaunen sind. Warum soll es sich dabei um moderne Kunst handeln, wenn die Bilder gar nicht so abstrakt aussehen, wie man sich das für die Zeit vorstellt, fragten sich die Jugendlichen. Die Museumspädagoginnen erklärten: Unter den strengen Augen des Kaisers versuchten die Künstler, getarnt mit klassischen Motiven aus der griechischen und römischen Antike, auszudrücken, wonach sie sich wirklich sehnten, was die Wünsche und Lebensphilosophien der Menschen damals waren. Auf diese Weise lernten die Scouts auch einige Hauptfiguren der klassischen Antike kennen wie Pan, seines Zeichens Halbgott und Mischwesen, aber auch Dionysos oder Diana, die Göttin der Jagd und der Frauen.

Mit diesen mitunter fanstastischen Bildern im Kopf sollten die Jugendlichen nun selbst gestalterisch aktiv werden – dazu ging es in hinauf in das Museumsatelier. Auf einem mit Aquarellkreide gestalteten Hintergrund druckten sie hier selbst entworfene Mischwesen und erstellten so ihren ganz eigenen Symbolismus der Gegenwart. Dabei entstanden fantasie- und und humorvolle Werke mit Geistern, Meerjungfrauen, Widdermenschen und Flugdrachen.

Doch wer dachte, der Besuch in der Kunsthalle Bielefeld sei damit schon beendet, lag falsch! Denn nun wartete der spannendste Teil des Nachmittags auf die Scouts aus Minden: ein Blick hinter die Kulissen der Kunsthalle. Unten in den verwinkelten Kellergängen erfuhren die KulturScouts alle Geheimnisse über den Johnson-Bau. Sogar in das Depot, wo sämtliche Kunstwerke aufbewahrt werden, durften die Jugendlichen einen exklusiven Blick werfen, das Highlight des ganzen Tages, schließlich war selbst die Museumspädagogin noch nie dort. Leider trafen sie dort nicht, wie erwartet die Mona Lisa an, dafür aber den Haustechniker Viktor, der viele lustige Anekdoten über das Museum parat hatte. Wieder auf dem Weg nach oben lernten die Scouts den wahrscheinlich größten und höchsten Fahrstuhl kennen, mit dem selbst die unhandlichsten Werke in die Ausstellungsräume transportiert werden können.

Wieder auf dem Weg nach Minden zogen die KulturScouts vom LifeHouse ihr Fazit vom heutigen Tag:

“Ich fand diesen Tag echt cool. Es gab richtig coole Bilder. Gut fand ich, dass wir selber etwas malen durften. Das Beste des ganzen Tages war, dass wir in die Rume gehen durften, wo andere nicht rein dürfen.”

“Ich würde diese Fahrt gerne wiederholen!”

„Ich fand den Tag sehr gut, weil ich viel über die verschiedenen Bilder von verschiedenen Künstlern gelernt habe. Es war überhaupt nicht langweilig!“

„Am besten hat mir gefallen, dass wir in die Räume durften, die nicht für die Öffentlichkeit waren.“

Lilian Wohnhas, 2013

martaNRW
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