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Dekor zum Leben

erweckt ...

Die Klasse 5c der Friedrich Wilhelm Murnau-Gesamtschule Bielefeld besuchte am 13. März 2019 das Museum Schloss Fürstenberg.

Bei windig kaltem Wetter war der Eintritt in das warme historische Treppenhaus des Museums den KulturScouts sehr willkommen. Herr Trentmann, der Museumspädagoge, führte die Schülerinnen und Schüler durch das beeindruckende Fachwerk in den oberen Teil des Gebäudes. Dort befindet sich der Workshopraum der Einrichtung, indem die KulturScouts Jacken, Mäntel und Taschen ablegen konnten und in dem später der praktische Teil des Tages stattfinden sollte.

Herr Trentmann stellte zunächst das Porzellanmuseum Schloss Fürstenberg vor und zeigte Teile der Ausstellung des Hauses. „Das wichtigste zuerst“, sagte er: „ihr dürft und sollt hier alles anfassen, außer es befindet sich hinter Glas.“ Ein historisches Museum zu anfassen? Das klingt zwar zunächst ungewöhnlich, sollte sich aber sofort bewahrheiten. Die Scouts lernten zunächst, dass Porzellan aus den Bestandteilen Kaolin, Quarz und Feldspat hergestellt wird. Dafür lagen größere Blöcke der Materialien bereit, die die Schülerinnen und Schüler mit ihren Händen erkunden konnten. Außerdem lernten sie, dass jeder der Stoffe für eine ganz bestimmt Aufgabe innerhalb des Materials Porzellan zuständig ist. Die Schülerinnen und Schüler bekamen Einblicke in die einzelnen und aufwendigen Schritte des Gießens, Brennens und Bemalens. Der Rundgang endete mit dem Highlight der Ausstellung. In einem kleinen dunkeln Raum waren mittig einige weiße Vasen platziert. Vier verschiedene Beamer projizierten gleichzeitig auf die Vasen und „erweckten das Dekore zum leben…“. Damen und Herren einer feinen Gesellschaft tanzten über die bauchigen Vasen und wurden von geometrischen Formen und prunkvollen Mustern abgelöst. Schwalben und Libellen flogen von der einen Vase zur Nächsten. Die Vielseitigkeit des Dekors und die langjährige Kulturgeschichte des Porzellans wurde den KulturScouts hier mittels neuer Medien ganz authentisch vermittelt.

Im nächsten Schritt gingen es in die Besucherwerkstatt. Hier gab es praktische Einblicke in die Verarbeitung der Porzellanmasse. Wie wird eine Vase hergestellt? Wie kommt der Henkel an die Tasse? Und wie kommt eigentlich die Wölbung in den Suppenteller? Diese ganzen Informationen waren eine wichtige Vorbereitung, denn nach der Mittagspause sollten es mit dem praktischen Teil des Tages losgehen!

Wie also kommt nun der Henkel an die Tasse? Zurück im Workshopraum bekam jeder KulturScout eine Tasse, natürlich ist die roh, also noch gar nicht gebrannt. Separat dazu bekam jede*r einen Henkel, ein sogenanntes Modelierhölzchen und Porzellanschlicker. Das ist nichts anderes als Porzellanmasse, jedoch sehr viel flüssiger. Damit sollte nun der Henkel, so sauber wie möglich, an die Tasse geklebt werden.

Weiter ging es mit einem Wettbewerb. In Gruppen sollten die Löcher eines Körbchens mit einem echten Skalpell ausgeschnitten werden. Nach einer ausführlichen Sicherheitseinweisung, in der die Schülerinnen und Schüler lernten wie man mit einem Skalpell richtig umgeht, gab es 15 min Zeit, möglichst viele Löcher des Körbchens sauber auszuschneiden.

In der letzten Stunde durfte jeder der Scouts einen eigenen Porzellanteller bemalen. Dabei war der Fantasie keine Grenze gesetzt. Jeder durfte malen worauf er Lust hatte und so sind ganz verschiedene bunte und kreative Teller entstanden. Vermutlich auch einige Ostergeschenke, denn das Schloss Fürstenberg brennt im Anschluss die bemalten Teller und schickt sie dann innerhalb von drei Wochen, also in diesem Fall noch vor Ostern, an die Friedrich Wilhelm Murnau-Gesamtschule Bielefeld. Perfekt im Zeitplan wartete der Bus pünktlich vorm Schloss. Nach einem Gruppenbild ging ein spannender und aktiver Tag der Klasse 5c im Museum Schloss Fürstenberg zu Ende.

Marie-Luise Rusch