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Unter Dach

und Fach

Eggeschüler erleben lehrreichen Projekttag im Freilichtmuseum Detmold

Im Rahmen des Projektes „KulturScouts OWL“ durfte die Klasse 6b der Eggeschule Willebadessen am 6. Juli 2017 am Programm „Alles unter Dach und Fach“ im Freilichtmuseum Detmold teilnehmen. Ziel war es, wie richtige Zimmerleute ein eigenes kleines Fachwerkhaus zu errichten.

In der Tenne einer großen alten Fachwerkscheune im Paderborner Dorf erwartete die Schüler und ihre Klassenlehrerin Inge Peters eine echte „Zimmerfrau“, Frau Petzhold, Leiterin des Bereichs Holz-und Zimmerarbeiten im Museum. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des Hausbaus und speziell des Fachwerkbaus am Beispiel der Scheune, in der man sich befand, ging es los.

Die Schüler erfuhren, dass der Bau eines Fachwerkhauses vor über 300 Jahres ein ganzes Jahr dauerte und alle Männer im Dorf dabei Arbeit fanden. Nun sollten die 12 Mädchen und 14 Jungen in 2 Stunden das Modell eines Backhauses im Verhältnis 1:3 errichten. Schaffen wir das?, hieß da die spannende Frage. Köpfchen, handwerkliches Geschick und Teamgeist , vor allem aber volle Konzentration jedes Einzelnen waren jetzt gefragt.

Die Klasse bildete vier Gruppen, jede Gruppe sollte eine Fachwerkwand zusammenbauen, ähnlich wie beim Bau eines Blockhauses. Zum Glück waren die Vorarbeiten schon geleistet: Die Fachwerkbalken lagerten zunächst noch als unübersichtlicher Haufen im Nebenraum, aber sie waren fix und fertig und markiert. Sie mussten nicht wie früher in langer Vorarbeit im Frühjahr zugesägt werden, nachdem sie im Winter vorher gefällt worden waren. Schwellenbalken, Riegel, Ständer, Streben und Bänder wurden nun emsig zusammengefügt und verzapft, die Zimmermannszeichen entschlüsselt.

In gemeinsamer Arbeit entstand zunächst der Grundstock des Hauses, auf dem dann der Dachstuhl errichtet wurde. Nach genau eineinhalb Stunden war die Aufgabe gelöst. Stolz, aber auch ziemlich erschöpft konnten die Schüler auf ihr fertiges Haus blicken. Nun war es Zeit für das Richtfest. Früher wie heute stehe dabei der traditionelle Richtfestspruch im Mittelpunkt, erklärte Zimmermeisterin Frau Petzhold den Schülern. Begleitet von „Hoch“-Rufen und dem Klopfen auf Holz trug sie dann den Spruch vor:

Gerichtet sei das neue Haus, gesegnet alle, die da gehen ein und aus. Den Bauherrn und seine Lieben, möge nie ein Leid betrüben. Und allen, die da unten stehen, wünsche ich viel Glück und Wohlergehen! Der letzte Schluck, der gilt der Ehre des Handwerks, dem ich angehöre. Du Glas, zersplittere auf diesem Grund! Geweiht sei dieses Haus zur Stund!

Das fertige Werk musste nun natürlich für das Klassenfoto herhalten. Dafür kletterten die Schüler begeistert auf das Haus, wobei auch gleich dessen Stabilität getestet werden konnte: es hielt! Nachdem sie ein superdickes Lob der Baumeisterin erhalten hatten, durften sie nun erst einmal eine kleine Verschnaufpause einlegen, die sie sich redlich verdient hatten.

Das Abbauen des Hauses ging dann ganz fix: als eingespieltes Team zerlegten die Sechstklässler in einer Rekordzeit von nur 7 Minuten das Fachwerkhaus und brachten alle Einzelteile zurück in den Nebenraum. Und das Ganze, ohne nur einen einzigen blauen Fleck oder eine sonstige Verletzung zu bekommen! Nach diesem spannenden, aber auch anstrengenden Hausbauprojekt blieb den Schülern ein Zeitraum von gut 2 Stunden, um das restliche Freilichtmuseum in Gruppen zu erkunden. Besonderes Interesse fanden der Osnabrücker Hof, der Mindener Hof, die Schmiede, das Armenhaus, die Schule und die Kappenwindmühle.

Im Judenhaus aus Bellersen schauten manche einen Film über die Geschichte der Juden an, im Haus der Gefühle durfte man sich gruseln. Auch die vielen verschiedenen Hühner, die Ziegen, die Bentheimer Landschweine und die Lippegänse in der Umgebung der Höfe zu beobachten, die Pferde zu streicheln und die prächtigen Stockrosen vor den alten Häusern zu bewundern. Das alles machte riesigen Spaß.

Nachbereitung im Unterricht (PDF, 1813 KB)

Inge Peters, Eggeschule

martaNRW
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