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Heimat-Akademie NRW 2019

Die Heimat-Akademie des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung fand das erste Mal im Jahr 2019 in fünf über das Land verteilten Veranstaltungen statt.

Ziel war es, Heimatvermittler zusammenzubringen und ein Netzwerk zur Schaffung von Kooperationen zu etablieren. Dabei wurden sowohl herausragende Praxisbeispiele vorgestellt, wie das Heimatengagement auch im eigenen Dorf oder Stadtteil gelingen kann, als auch praktischen Übungen durchgeführt, die konkrete Handlungshilfen für die eigene Heimatvermittlung sein können.

„Heimat macht Schule“ am 18. Mai 2019 in den Räumen der WissensWerkStadt, Bielefeld

Das Thema Heimat kann besonders in der Schule durch die Lehrpläne starke Anknüpfungspunkte finden. Als Querschnittsthema werden ausgewählte Inhalte aus den Fächern Geschichte, Geographie, Sozialwissenschaften und Biologie mit dem lokalen Umfeld der Schülerinnen und Schüler verknüpft.

Folgende Fragestellungen standen im Fokus dieser Heimat-Akademie: „Mit welchen Themen und Methoden lässt sich Heimat in Arbeitsgemeinschaften, Projekttagen, Kursen oder im Rahmen der Nachmittagsbetreuung verankern?“ und „Was ist das Erfolgsrezept effektiver Kooperationen mit schulischen und außerschulischen Lernorten?“

Schulausflüge: Auch in Kooperation mit Heimatvereinen?
Vortrag von Stefanie Keil I KulturScouts OWL

„Was sind die KulturScouts?“: Zunächst gab es eine Übersicht zu den Projektstrukturen und den Besonderheiten, nämlich die vollständige Kostenübernahme für Schulen, die Teil dieses Netzwerkes sind. Einzigartig ist auch der Laborcharakter für die teilnehmenden Kultureinrichtungen, die für die Sekundarstufe I stets neue, spannende und lehrplanspezifische Angebote entwickeln und austesten können. Damit die Schülerinnen und Schüler die Veranstaltungen und Workshops besuchen können, spielt die Mobilität eine große Rolle – die Dank der Kooperation mit den Servicestellen im Nahverkehr gewährleistet werden kann.

Es folgten Impulse für die pädagogische Programmgestaltung der Heimatmuseen und -vereine sowie weitere Tipps für eine gute Zusammenarbeit mit Schulen.

Die Kommunikation zwischen Kulturort und Schule spielt eine zentrale Rolle, ebenso auch die Bereitstellung von Materialpaketen als Vor- und/oder Nachbereitung. Eine gute Mischung von Theorie und Praxis bei den Workshops sowie eine erfolgreiche Schülerpartizipation durch direkte Einbindung, Dialog und Evaluation tragen ebenfalls zu einer qualitativen Programmgestaltung bei. Zum Abschluss gab es noch einen Impuls zur nachhaltigen und kontinuierlichen Zusammenarbeit durch die Schließung von Kooperationsvereinbarungen.

„Heimatgeschichte(n)" am 09. November 2019 in den Räumen von Schloss Drachenburg, Königswinter

Die letzte der Akademie beschäftigte sich mit einem Kernthema der Heimatvermittlung, den Heimatgeschichten. Diese äußern sich vielfältig in speziellen Bräuchen, Redensarten, Straßen- und Schulnamen. Ausgehend von den lokalen Ereignissen können die großen Entwicklungen der Weltgeschichte als Teil der eigenen Geschichte erkannt werden.

Im Fokus standen diesmal die Aspekte „Heimat erzählen“ (in Form einer Zeitschrift, Fotoausstellung oder einem selbst erstellten Audioguide zu historischen Fakten der Stadtgeschichte u.v.m.), die Erstellung einer Geschichtswerkstatt und die Unterstützung und Kooperation mit Archiven, Bibliotheken und Museen.

Geheimnisse entschlüsseln und Zeitreise erleben: Museumsbesuche narrativ gestalten
Vortrag von Jana Schlote I KulturScouts Bergisches Land

Welche Bausteine sollten Beachtung bei der Erstellung von pädagogischen Angeboten finden? Sie sollten handlungsorientiert, alltagsnah, zielgruppenorientiert, lehrplanbezogen, spannend, kreative und humorvoll sein.

Das Bergisches Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe gehört mit dem Programm „Ein Tag im Leben einer Bergmannsfamilie“ zu einem guten Beispiel der oben genannten Punkte. Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen in die Rolle einer Familie um 1910, bearbeiten Aufgaben oder lösen beispielsweise Rätsel mit dem Smartphone.

Das Angebot „Ein Spion!? Entschlüsselt Johann Gottfried Brügelmanns Erfolgsgeheimnis“ in dem LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford wählt ebenfalls eine spielerische Vermittlung der historischen Ereignisse: Wie kam der damals 33-jährige Gründer auf die Idee, seine Fabrik auf dem platten Land abseits der großen Textilhandelsstädte zu errichten? Und warum war sein Spinnerei-Start-Up so erfolgreich, dass er und seine Fabrik noch heute bekannt sind?

Ein drittes Praxisbeispiel stammt vom Museum und Forum Schloss Homburg mit dem Angebot „Snarfblatt und Dingelhopper“. Hierbei geht es um die Arbeitsweisen und Kernaufgaben eines Museums: von der Inventarisierung bis hin zu einer eigenen Ausstellung, die von den Schülerinnen und Schülern in kleinerer Form erstellt wird. Abgerundet wird das Angebot mit einem Blick hinter die Kulissen des Museums, die sonst für Besucher nicht zugänglich sind.

Stefanie Keil

Quelle und weitere Informationen:
www.mhkbg.nrw/themen/heimat/heimat-akademie-nordrhein-westfalen