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7alazán trifft auf

"Stillschmetterling"

und "Wutschweiger"

Kurz vor den Sommerferien 2022 machte sich die Klasse 7alazán der Regenbogen-Gesamtschule Spenge auf den Weg, um an einer Aufführung des Kinder- und Jugendtheaters "Jott" im "Studio" des Paderborner Theaters teilzunehmen.

Da ihr letzter Theaterbesuch Corona-bedingt bereits zweieinhalb Jahre zurück lag, waren die Jungen und Mädchen schon auf der langen Hinfahrt ganz aufgeregt.

Im Theater Paderborn angekommen wurde die Klasse herzlich von der Gastspieladministratorin Michelle Maurer begrüßt und zur Garderobe geführt. Kaum hatten die Jugendlichen auf den Rängen des "Studios" Platz genommen, begann auch schon das Stück "Wutschweiger", entwickelt von den belgischen Autoren Jan Sobrie und Raven Ruëll.

In der als "Asphalt-Dschungel" gestalteten Bühne schlüpften die jungen Schauspieler*innen Veronika Wider und Kai Benno Vos mit einem hohen Maß an Authentizität in die Rollen der Nachbarskinder Sammy und Ebeneser und boten eine fesselnde und überzeugende Performance voller Emotionen. Nicht nur die mitunter sehr lautstarken Gefühlsäußerungen der Hauptfiguren, sondern auch deren bohrende Blicke ins Publikum erzeugten bei einigen Zuschauer*innen Unbehagen. Die Klasse merkte bald: Dieses Theaterstück ist keine Schönwetter-Berieselung.

Das Stück über die Auswirkungen von Armut und sozialem Abstieg auf Kinder sprach die Jugendlichen emotional direkt an. Sie erkannten, dass inhaltlich u.a. Werte wie Gemeinschaft, Freundschaft und Verzicht im Mittelpunkt standen.

Das schauspielerische Können - insbesondere die Konzentrationsfähigkeit - der Darsteller*innen beeindruckte die Zuschauer*innen. Besonders gut kamen auch die HipHop-Tanzeinlagen und allgemein die Körperbeherrschung bei einigen Kletter-Aktionen an.

Mit lautem und langem Beifall bedankte sich das Publikum bei Veronika Wider und Kai Benno Vos.

Im Anschluss an die Vorstellung wurde die Klasse von der Theaterpädagogin Lea Krumme in einen großen Proben-Raum geführt. Sie griff nach einer Aufwärm-Runde einige inhaltliche Aspekte und konkrete Szenen des zuvor Gesehen auf.

Bei fast allen Übungen war Körperbeherrschung und Aufmerksamkeit gefragt. Die Partner-Übungen gefielen den Schüler*innen am besten. Mal mussten sie das Spiegelbild ihres Gegenübers sein, mal mussten sie sich gegenseitig so lange wie möglich ohne zu lachen in die Augen schauen. Der Schwierigkeitsgrad dieser Übung wurde noch gesteigert, indem Frau Krumme einige Flachwitze vorlas.

Für viele Teilnehmer*innen hätten es noch ein paar Übungen mehr sein dürfen, aber der Bus für die Rückfahrt stand leider schon in den Startlöchern. Ein Tipp für zukünftige Teilnehmer an der theaterpädagogischen Nachbereitung: genügend Zeit einplanen. Es lohnt sich!

Text: Heiko Brune